Ein paar Worte zu... Nils Oskamp - Drei Steine



Nils Oskamp Drei Steine
Holocaust Historical Fiction - Graphic Novel | Hardcover, 144 Seiten | Panini Verlags GmbH | Preis: 19,99€  | 28. Juni 2016 | ISBN: 9783596180943 | Hier bestellen: thalia eBook *amazon


Worum geht es?

Nils wächst in den Achtzigerjahren in Dortmund-Dorstfeld auf. Weil er sich nicht seinen Mitschülern anschließt, die behaupten, der Holocaust sei eine einzige Lüge gewesen, stellen sie sich gegen ihn. Als Schüler kämpft er um sein Überleben, ohne dabei selbst zum Täter zu werden. Die Neonazis, in deren Visier er als Jugendlicher geriet, waren von den Kameraden geworben worden und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, heute noch Schlagzeilen.

Wie hat es mir gefallen?

"Es war (...) nicht verboten zu denken, es war aber auch nicht verboten "Heil Hitler" zu rufen." (S. 12f)
Mir ist diese Graphic Novel bereits im Februar bei Twitter ins Auge gefallen, erinnerte mich diese doch auch an den Film Im Labyrinth des Schweigens. Der Film selbst befasst sich mit der Verleugnung des Holocausts während der 50er Jahre, als Deutschland sich gerade im Wiederaufbau befand. In den Nachkriegsjahren hatte eine Vielzahl ehemaliger NSDAP- oder gar SA-Mitglieder Ämter inne, wie die des Richters oder des Lehrers. Es sei halt niemand Qualifiziertes dagewesen, der diese Jobs hätte übernehmen können, heißt es in den Geschichtsbüchern. Nils Oskamps autobiographisches Graphic Novel Drei Steine spielt hingegen während der 80er Jahre und erzählt über die Anhänger der rechtsextremen Partei FAP, die bis zu ihrem Verbot im Jahr 1995 vor allem  in Dortmund und Umgebung wirkten und ganz offenkundig ebenfalls den Holocaust verleugneten. Dabei geht es in dieser Graphic Novel weniger um die hohen Ämter, die solche Leute inne haben konnten, sondern darum, wie gerade Jugendliche in diese "Bewegungen" reinrutschen.  

Die Geschichte startet hierbei mit einem Rückblick aus der heutigen Zeit. Oskamps Sohn fragt, wie es eigentlich kommt, dass er Tom genannt wurde. Damit beginnt eigentlich schon der Ausflug ins 1983er Dortmund-Dorstfeld. Schauplatz? Die Wilhelm-Busch-Realschule.  Eine Zeit in der Arbeitslosigkeit besonders Thema war und das Wohngebiet eher ein sozial-schwaches. Na, klingelt da was? Mehr Parallelen zur damaligen und auch zur heutigen Zeit gehen nicht. Damit beweist Nils Oskamp bereits auf den ersten 10 Seiten, wie aktuell und allgegenwärtig die Thematik "Rechtsextremismus" ist. 

Auf rund 120 Seiten wird mit wenig Text, dafür aber eindringlichen Zeichnungen beschrieben, wie in einer Realschule ganz offenkundig Rechtsextremismus von Schülerinnen und Schülern ausgelebt wurde, eine Institution wie die Schule aber kaum bis gar nicht eingegriffen hat. Die Aktivitäten dieser Schüler reichten jedoch weit über den Schulalltag hinaus, wie die Graphic Novel gelungen beschreibt. Die Geschichte erzählt auch, wie sich wenigstens ein Schüler gegen diesen Extremimus auflehnte, ohne selbst zum Täter zu werden, selbst wenn er weder in der Schule Schutz fand, noch an den Nachmittagen danach. Sein Freund Thomas, nach diesem er dann auch seinen Sohn benannt hatte, spielt dabei eine ganze besondere Rolle. Aber auch, und deshalb nochmal der Rückbezug zum Film Im Labyrinth des Schweigens,  der gesetzliche Umgang mit solchen Vorfällen. Natürlich müsst ihr hierfür die Graphic Novel Drei Steine von Nils Oskamp selber lesen, um zu erfahren, was genau passiert. 
Besonders gefallen hat mir bei Drei Steine in jedem Fall die Gestaltung und das Auge für Details. Während die vorangestellte Gegenwart ockerfarbend gehalten ist,  wird der Hauptteil der Geschichte, also die Vorkommnisse in den 80er Jahren, in dunkelblau erzählt. Das Ende der Graphic Novel und somit auch die Auflösung um den Titel Drei Steine wechselt hingegen sogar in Fotografien. Besonders prägnante Stellen werden in der Graphic Novel noch einmal insofern hervorgehoben, indem für fließendes Blut dann auch tatsächlich die Farbe Rot eingesetzt wird. Aber auch gezielte Hinweise, wie ein James Dean-Werbeplakat einer Illustrierten zu seinem Film ...denn sie wissen nicht, was sie tun sind einfach nur treffend eingesetzt. In Hinblick auf den Einsatz für den Geschichtsunterricht punktet die Graphic Novel nicht nur durch wenig dafür aber treffenden Text, sondern eben auch durch solche subtilen Hinweise, die auch ein 15-Jähriger versteht, ohne ein Literaturstudium hinzulegen.
Der Graphic Novel ist darüber hinaus noch ein über 20-seitiges Nachwort beigefügt, welches nochmal viele Hintergrundinformationen zur Entstehung der Graphic Novel bietet sowie einen Aufsatz von Alice Lenzke, indem die Entwicklung des Rechtsextremis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dezidiert beleuchtet wird. Darüberhinaus bietet die gleichnamige Website ausführliches Unterrichtsmaterial, welches sogar schon mit didaktisch-methodischen Kommentaren aufbereitet wurde. 

Aber auch für Nichtlehrer ist die Graphic Novel Drei Steine von Nils Oskamp in jedem Fall, und vor allem in Zeiten wie diesen, lesenswert! Ich habe fünf von fünf Sternen vergeben.
Der Panini-Verlag war so freundlich und sandte mir nebst Drei Steine außerdem Großväterland von Markus Freise und Dr. Christian Hardinghaus zu, es erschien im Herbst letzten Jahres. Zeitzeugenaussagen im Graphic Novel-Stil. Noch habe ich es nicht gelesen, aber ich möchte euch diesen Tipp nicht vorenthalten.

Lieblinks



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)

"Bob, der Streuner" DVD Release + Verlosung! [beendet + Auslosung]

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Ich bin Bob-Fan, das ist kein Geheimnis! Im Januar diesen Jahres durfte ich die gleichnamige Buchverfilmung um den ehemals heroinabhängigen James Bowen und seinen Kater Bob, der James' scheinbar aussichtsloses Leben endlich eine neue Perspektive gibt, im Kino ansehen.

Worum geht es?

Offizielles DVD-Cover. (via Concorde Filmverleih GmbH)
Das Letzte, was James (Luke Treadaway) gebrauchen kann, ist ein Haustier! Er schlägt sich von Tag zu Tag als Straßenmusiker durch, und sein mageres Einkommen reicht gerade, um sich selbst über Wasser zu halten. Und jetzt auch noch das: Als es eines Abends in seiner Wohnung scheppert, steht da nicht wie vermutet ein Einbrecher in der Küche, sondern ein roter ausgehungerter Kater. Obwohl knapp bei Kasse beschließt James, den aufgeweckten Kater aufzupäppeln, um ihn dann wieder seines Weges ziehen zu lassen. Doch Bob hat seinen eigenen Kopf und denkt gar nicht daran, sein neues Herrchen zu verlassen. Er folgt ihm auf Schritt und Tritt. Für James ist nichts mehr, wie es war. Bob und er werden unzertrennliche Freunde, und James findet dank Bob nach und nach den Weg zurück ins Leben … 
 

Warum ich euch diesen Film empfehle, habe ich euch bereits in diesem Beitrag ausführlich dargelegt. Nun erscheint heute offiziell die DVD bzw. Blu-ray zum Film (VÖ 18. Mai 2017 - Streamingdienste eingeschlossen). Wer es also nicht ins Kino geschafft hat, die tolle und buchnahe, emotional aufgeladene Leinwandgeschichte um Bob aber nicht verpassen möchte (die schauspielerische Leistung der Darsteller und die tolle Musik nicht zu vergessen, letztere gibt es zum Reinhören auch bei Spotify), kann sich diese nun auch zu sich nach Hause holen :-) Hier könnt ihr euch auch nochmal den offiziellen Trailer zum Film ansehen (Link führt zu YouTube).  

Ein Highfive auf den DVD-Release: James Bowen, sein Filmdarsteller Luke Treadaway und Bob. (via Concorde Filmverleih GmbH)

Verlosung und Teilnahmebedingungen 

DVD "Bob, der Streuner"(via Concorde Filmverleih GmbH)
... oder aber gleich hier unter diesem Beitrag in den Kommentaren an einer Verlosung zum DVD-Release teilnehmen! In Zusammenarbeit mit Entertainment Kombinat darf ich an einen Blogleser oder eine Blogleserin eine "Bob, der Streuner"-DVD verlosen. Was du für einen möglichen DVD-Gewinn tun musst: 
  • Hinterlasst einen Kommentar (das geht auch anonym ;-)) unter diesem Blogpost mit einer gültigen Emailadresse und vielleicht hast du ja auch eine momentane Filmempfehlung? Hinweis: Kommentare ohne gültige Emailadresse können für die Auslosung nicht gewertet werden.
  • Wenn ihr teilnehmen wollt, allerdings noch keine 18 Jahre alt seid, braucht ihr bei einem möglichen Gewinn unbedingt die Einverständniserklärung eurer Eltern! 
  • Die Verlosung läuft bis nächste Woche Mittwoch, den 24. Mai 2017, bis 23.59Uhr. Dann wird die Kommentarfunktion ausgeschaltet und der Gewinner via Zufallsgenerator ausgelost. 
  • Die Gewinner werden ich dann am Donnerstag, den 25. Mai 2017 hier auf dem Blog bekannt geben und natürlich auch per Email kontaktieren! (mit Abschicken des Kommentars erklärst Du dich also damit einverstanden, dass ich deinen Vornamen oder Blognamen hier auf den Blog veröffentlichen darf. Alle anderen persönlichen Daten, Adresse etc., werden selbstverständlich nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht!). 
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich! Teilnehmen dürfen alle mit einem Wohnsitz in Deutschland :) 
  • Der Versand des Gewinns wird diesmal durch Entertainment Kombinat organisiert.

Und gewonnen hat...

 ... die liebe Inga! Herzlichen Glückwunsch an dich, eine Email mit allen weiteren Informationen ist bereits an dich raus! Vielen lieben Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nicht traurig sein, wenn es bei diesem Mal nicht geklappt hat. Bald wird es wieder eine kleine Verlosung geben :-)

Ich wünsche euch einen wunderbaren Tag :-) 
  






(dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Entertainment Kombinat entstanden; die Bildrechte unterliegen, wenn nicht anders angegeben, der Concorde Filmverleih GmbH)

Gemeinsam lesen #112: Toni Morrison - Gott, hilf dem Kind

 Hallöchen, ihr Lieben! 
Heute nehme ich bereits zum 112. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!

Und nun zu den Fragen für diese Woche:


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Gott, hilf dem Kind von Toni Morisson und bin aktuell erst auf Seite 11.

Darum geht's: 
Keine andere Autorin hat über die Jahrzehnte hin den Rassenkonflikt in Amerika so konsequent und leidenschaftlich beschrieben wie die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. "Gott, hilf dem Kind" setzt den mit "Jazz" begonnenen Zyklus fort, in dem Morrison die Situation der Schwarzen in den USA beleuchtet. Ein weiterer großer Roman der im Kampf gegen Rassismus engagierten Autorin. Lula Ann ist ein so tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter Sweetness bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die junge Familie auf der Stelle verlässt, weil er nicht glauben kann, dass dieses Kind von ihm ist. Sweetness erzieht Lula Ann zu Gehorsam und Unterwürfigkeit, nur nicht auffallen, aus Angst vor rassistischen Angriffen. Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen, in Bride, kleidet sich in provokant strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma, verliebt sich in einen geheimnisvollen Mann und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit. Zwei starke Frauen, zwei verschiedene Lebensentwürfe, in dem Versuch, sich zu schützen und gleichzeitig zu behaupten. Ein Roman, der zur Weltliteratur gehört.
(via Rowohlt
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Ich kann nichts dafür.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Ich habe mir Gott, hilf dem Kind von Toni Morisson aufgrund der Besprechung des Literarischen Quartetts im ZDF gekauft. Die Sendung wurde letzte Woche Freitag ausgestrahlt, und das Buch so gut besprochen, dass ich gleich am Wochenende in die Buchhandlung bin, um mir das Buch zu kaufen. Mit knapp 20€ für nur fast 200 Seiten zwar nicht die günstigste Anschaffung, aber es soll ja gut sein! Ich erhoffe mir jedenfalls eine dicht erzählte Geschichte, denn der Klappentext verrät es ja bereits: da passiert so einiges. Ansonsten finde ich, dass der Claus Peymann ruhig öfters in die Sendung eingeladen werden könnte. Seine Art der Besprechung hat wirklich gut gepasst - finde ich!
 
4. Ist es dir wichtig auch andere Menschen (z.B. deine eigenen Kinder, Freunde, Kollegen, Familie, etc.) fürs Lesen zu begeistern?
Für meinen Job - Deutschlehrerin - ist die Verbreitung guter Geschichten, nebst all der anderen Kompetenzen, ja schon fast ein Kerngeschäft! Ich bin zwar ausgebildete Mittelstufenlehrerin, aber momentan arbeite ich an einer Grundschule und habe dort auch montags immer einen Förderkreis "Lesen". Den Kids habe ich gestern auch eine schöne Geschichte mitgebracht und es gibt wirklich nichts Besseres auf der Welt, als wenn Kinder eine Geschichte für sich entdecken! Unsere Schule ist auch mit einer eigenen Bibliothek ausgestattet. So sollte es an jeder Schule sein, da so auch garantiert wird, dass Kinder aus bildungsferneren Familien trotzdem die Chance erhalten, Bücher zu leihen. Ansonsten finde ich es immer sehr schade, wenn erwachsene Menschen sagen, sie lesen nicht gerne, weil es sie langweilt. Da frage ich mich, was da wohl in der Vergangenheit schief gelaufen sein mag, oder welche Bücher immer und immer wieder so hart durchgekaut wurden, dass das Lesen als solches so negativ empfunden wird. Hier sehe ich mich aber auch nicht in der Rolle des Missionars. Ich finde lesen megagut, wenn andere das nicht so empfinden, ist es eben so.
 
 Seid ihr die Missionare der Bücher? Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


"Sieben Minuten nach Mitternacht" Verlosung - Auslosung!

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Zum Kinostart von Sieben Minuten nach Mitternacht (hier geht es zum Trailer), der gleichnamigen Buchverfilmung des bebilderten Romans von Patrick Ness und Siobhan Dowd, konntet ihr in der vergangenen Woche euer Glück für die ungekürzte Hörbuchausgabe herausfordern (hier geht es nochmal zum Vorstellungsbeitrag. Heute feiert der Film seine Erstaustrahlung in Deutschland, ich werde mir den Film am Wochenende ansehen - wuhu! Aber zurück zum Gewinnspiel. In dieser Woche gibt es leider keine Los-Action in Papierform, aber mit ein paar Internettools geht es ebenso gut. Nun aber:

Über das Hörbuch darf sich freuen...


... die liebe Rosalieana :-) Herzlichen Glückwunsch an dich, eine Email mit allen weiteren Informationen ist bereits an dich raus! Vielen lieben Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nicht traurig sein, wenn es bei diesem Mal nicht geklappt hat. Das nächste filmbuchige Gewinnspiel steht bereits für Ende Mai in den Startlöchern. Ein kleiner Hint: Miau!


Habt noch einen wunderschönen Tag, wir lesen uns hier am Wochenende wieder :-)

 

Gemeinsam lesen #111: Niah Finnik - Fuchsteufelsstill

 Hallöchen, ihr Lieben! 
Heute nehme ich bereits zum 111. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!

Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Fuchssteufelsstill von Niah Finnik und bin aktuell auf Seite 7.

Darum geht's: 
Niemand ist normal, ohne verrückt zu sein. Die siebenundzwanzigjährige Juli steht mitten im Leben – manchmal sogar ein bisschen zu sehr. Sie ist Autistin und jeder Tag bedeutet eine gewaltige Masse an Emotionen, die es zu meistern gilt. Als Juli nach einem missglückten Suizidversuch auf eine psychiatrische Station kommt, trifft sie dort auf die überschwänglich-herzliche Sophie und auf Philipp, der mal mehr und mal weniger er selbst, aber stets anziehend für Juli ist. Die drei nehmen Reißaus und verbringen ein gemeinsames Wochenende, nachdem nichts mehr so ist wie zuvor.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Ich wachte auf und lag am Boden.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Anfang April hatte Tina von Revolution, Baby, Revolution das Programm von Ullstein Fünf vorgestellt und Fuchsteufelsstill konnte ihre hoch angesetzten Erwartungen sogar übertreffen. Somit landete das Buch dann auf die Wunschliste und konnte schon wenige Tage danach bei mir einziehen. Andere Buchbloggerkolleginnen haben sich die Geschichte ebenfalls zugelegt und waren ebenfalls begeistert (zum Beispiel Juliana von bookexperiences).Ich werde das Buch erst heute beginnen und bin daher ziemlich gespannt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Autorin selbst Asperger-Autistin ist.
 
4. Hat sich dein Lesegeschmack in den letzten Jahren verändert? Wenn ja, wie?
Auf jeden Fall hat sich mein Geschmack verändert. Ich mag es mir neue Lesehorizonte zu schaffen und probiere auch gerne Genre aus, die ich vor wenigen Jahren vielleicht nicht gelesen hätte (ich kann es nur immer wieder sagen: Justin Cronins Der Übergang). Dabei stelle ich dann aber auch fest, was ich gar nicht mehr lesen mag (beispielsweise NA/YA) und dass mir komplexe Geschichten mit etwas mehr literarischem Anspruch zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach am ehesten zusagen. Außerdem finde ich gerade Gefallen an Graphic Novels. Mal sehen, wie das in zehn Jahren aussieht.
 
 Wie hat sich denn euer Lesegeschmack verändert, das interessiert mich! Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Lesemonat April 2017

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Ich glaube, ich habe es so langsam mit der Leserei wieder drauf. Zwar hatte ich im April Osterferien, die sicherlich auch dazu beigetragen haben, etwas mehr zu lesen, aber auch in der Zeit davor und danach habe ich vermehrt zum Buch gegriffen und bin weniger vor Serien (aktuell wieder One Tree Hill) versackt. Auch habe ich im April nach langer Zeit mal wieder Bücher aus der Bibliothek geliehen. Das ist natürlich für das ohnehin schon überquellende Bücherregal immer super!
Qualitätsmäßig war im April auch alles mit dabei. Richtig gut gefallen hat mir die Graphic Novel Drei Steine von Nils Oskamp! Mit AchtNacht konnte mich Sebastian Fitzek schon weitaus mehr mitreißen, als mit Das Paket im März. This New World von Laura Newman fand ich als ersten Band einer Dilogie und in Anbetracht der Entwicklung der Autorin sowie ihr Vorgehen bei diesem Buch, was die Gestaltung angeht, wirklich klasse! Ich bin sehr gespannt, auf den zweiten Teil. Rainer Wekwerths Camp 21 und Anne Freytags Den Mund voll ungesagter Dinge waren beides solide Geschichten, da wäre aber bestimmt noch mehr gegangen. Auch an Katie Marshs Du erinnerst mich an morgen hatte ich eindeutig mehr Erwartungen. Schlusslicht bildet Spinner von Benedict Wells in der alten Version. Mittlerweile ist schon eine überarbeitete Fassung auf dem Buchmarkt erschienen, vielleicht ist diese besser. Die Erstfassung hat mich jedenfalls leider sehr gelangweilt und war auch vom Stil her alles andere als gut. Die letzte Woche in Berlin eines scheiternden Schriftstellers war für mich persönlich ziemlich nichtssagend und so habe ich für rund 300 Buchseiten drei Wochen gebraucht, weil sich immer wieder andere Bücher dazwischen gedrängt haben, da spannender. Da war Fast genial um Längen besser, wirklich!

Insgesamt waren dies 2459 gelesene Buchseiten, was etwa 82 Seiten pro Tag ausmachte. Mein aktuelles Hörbuch konnte ich im April leider noch immernoch nicht beenden, das wandert also mit in den Mai.

Was war sonst noch buchiges los? 

Neben der kleinen Blogleserunde von mir und der lieben Livia (hier geht's zum Beitrag) und der damit verbundenen Verlosung zum Welttag des Buches 2017, war ich außerdem noch auf eine Lesung in Dortmund eingeladen. Katrin Koppold stellte ihren Sommerroman Immer wieder im Sommer im Literaturhaus Dortmund vor. Die liebe Sabrina von Bookwives hat da wirklich eine tolle Veranstaltung organisiert, außerdem konnte ich meine Lieblingsbakers schneller wiedersehen, als gedacht :-)

Jetzt müssen nur noch all diese Beiträge mal abgetippt werden. Wo es nun mit dem Lesen wieder besser läuft, hinke ich neuerdings mit der Schreiberei hinterher. Irgendwas ist immer, vielleicht bessert sich dies nun auch im Mai.

Wie verlief denn euer Lesemonat April? Gab es High- oder Lowlights? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!




Welttag des Buches 2017 Verlosung - Auslosung!

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Anlässlich unserer Blogleserunde zu Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh und dem Welttag des Buches 2017 (bzw. Blogger schenken Lesefreude), haben die liebe Livia und ich in der vergangenen Woche die Lostrommel geöffnet, damit ihr eben selbiges Buch vielleicht bald das Eure nennen könnt.

Vielen lieben Dank an die vielen Kommentatoren, auch unter Livias Beitrag! Dort hat übrigens die liebe Bettina gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Gewonnen hat außerdem...


... die liebe Corinna :-) Herzlichen Glückwunsch auch an dich, eine Email mit allen weiteren Informationen ist bereits an dich raus! Und an alle anderen Teilnehmer: nicht traurig sein, wenn es diesmal nicht geklappt hat. Gerne verweise ich euch auf meine aktuelle Verlosung zum Kinostart von Sieben Minuten nach Mitternacht, vielleicht ist das Glück da eher mit euch. 



Habt noch einen wunderschönen Sonntag und genießt das extralange Wochenende. Wir lesen uns hier am Dienstag wieder :-)

 

"Er rief nach einem Monster..." - Sieben Minuten nach Mitternacht: Verlosung zum Kinostart

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Nächste Woche Donnerstag, also am 4. Mai 2017, startet endlich Sieben Minuten nach Mitternacht (Originaltitel A Monster Calls) in den deutschen Kinos. Hierbei handelt es sich um die gleichnamige Buchverfilmung des bebilderten Romans von Patrick Ness (schrieb auch den Roman Mehr als das) und der Schriftstellerin Siobhan Dowd. 

"Sieben Minuten nach Mitternacht" handelt von...

Kinoplakat "Sieben Minuten nach Mitternacht"
© Studiocanal


Das Leben des jungen Conor (gespielt von Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner unnahbaren Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit…

(via studiocanal) 

Ich habe Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness und Siobhan Dowd, mit den eindrucksvollen Illustrationen von Jim Kay, bereits vor einigen Jahren gelesen (2011, um genau zu sein) und bin nach wie vor von Dowds Idee ergriffen, ein Kinder- und Jugendbuch zu verfassen, welches sich mit dem Verlust der eigenen Eltern in der Kindheit und der damit verbundenen Trauerbewältigung beschäftigt. Dowd konnte ihre Buchidee selbst nicht beenden, sie starb an Krebs. Patrick Ness vollendete auf Nachfragen hin das Werk. Und auch wenn er nie die Chance hatte, Siobhan Down einmal persönlich zu treffen, wurde er der einfachen Idee über das Maß hinaus gerecht und hat somit ein sehr wertvolles Buch in der Kinder- und Jugendliteratur geschaffen - und mit der Meinung stehe ich, beachte man auch alle anderen Kritiken, nicht alleine da. Immerhin wurde das Buch auch mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Umso gespannter bin ich nun auf das, was der Regisseur
Juan Antonio Bayona (führte auch Regie für Das Waisenhaus) aus der Geschichte gemacht hat. Die Illustrationen im Buch geben in jedem Fall schonmal den Ton an, was die gestalterischen Mittel für die Kinoleinwand angeht und der Trailer (hier könnt ihr ihn euch ansehen) verspricht in der Umsetzung wirklich nur Gutes. Ich werde mir den Film unbedingt gleich nächste Woche ansehen und euch dann auch nochmal hier eine ausführliche Besprechung abtippen. 

Verlosung zum Kinostart


... und bis dahin und für all jene, die die Geschichte um Conor und seinem Monster noch nicht kennen oder gar einen ReRead vor dem Kinobesuch starten wollen, verlose ich an einen Leser oder eine Leserin unter euch einmal die ungekürzte Hörbuch-Fassung von Sieben Minuten nach Mitternacht, gelesen von Maria Furtwängler (hier probehören) aus dem Hörverlag.

Was ihr für einen möglichen Hörbuchgewinn tun/beachten müsst

  • Hinterlasst einen Kommentar (das geht auch anonym ;-) ) unter diesem Blogpost mit einer gültigen Emailadresse und erzählt uns, auf welche Buchverfilmung du dich in diesem Jahr freust.
  • Wenn ihr teilnehmen wollt, allerdings noch keine 18 Jahre alt seid, braucht ihr bei einem möglichen Gewinn unbedingt die Einverständniserklärung eurer Eltern! 
  • Die Verlosung läuft bis nächste Woche Mittwoch, den 3. Mai 2017, bis 23.59Uhr. Dann wird die Kommentarfunktion ausgeschaltet und der Gewinner via Zufallsgenerator ausgelost. Die Gewinner werden ich dann am Donnerstag, den 4, Mai hier auf dem Blog bekannt geben und natürlich auch per Email kontaktieren! (mit Abschicken des Kommentars erklärst Du dich also damit einverstanden, dass ich deinen Vornamen oder Blognamen hier auf den Blog veröffentlichen darf. Alle anderen persönlichen Daten, Adresse etc., werden selbstverständlich nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht!). 
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich! 
  • Teilnehmen dürfen alle mit einem Wohnsitz in Deutschland, Österreich und Schweiz :) 
  • Der Gewinn wird unversichert verschickt, also als Buchsendung. 

Werdet ihr euch Sieben Minuten nach Mitternacht im Kino ansehen? Habt ihr ebenfalls das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare :-)




Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Entertainment Kombinat entstanden.

Gemeinsam lesen #110: Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge

 Hallöchen, ihr Lieben! 
Heute nehme ich bereits zum 110. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!

Und nun zu den Fragen für diese Woche:


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag und bin aktuell auf Seite 65.

Darum geht's: 
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Als das Lied von Neuem beginnt, drehe ich mich auf die Seite.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Letzte Woche habe ich Den Mund voll ungesagter Dinge noch bei der lieben Nicole von Nicoles Bibliothek gesehen und kommentiert, dass ich mir das Buch aufgrund des Hypes erst nach dem Hype zulegen wollen würde. Vor allem weil LGBTQ+ gerade der Kassenschlager überhaupt zu sein scheint, bin ich sehr skeptisch, was die Geschichte angeht. Ich will da keine Klischees lesen. Und ich will, dass möglichst wenig Stereotypen bedient werden, die der Thematik einfach nicht dienlich sind. Nun stand das Buch aber ganz frisch in der Bibliothek (die entdecke ich gerade wieder ein bisschen für mich neu) und da dachte ich, dass ich dem Ganzen einfach eher die Chance gebe und hoffe natürlich sehr, dass es mich ebenso begeistern kann, wie viele andere meiner liebsten Buchbloggerkolleginnen. Habt ihr die Geschichte schon gelesen?
 
4. Hast du ein buchiges Herzensprojekt oder ein Lieblingsbuch, für das du keine Gelegenheit verstreichen lässt, um es präsent zu machen, weil du denkst, dass jeder es kennen sollte? Erzähle uns davon!
Also ich finde ja, dass jeder, und wirklich jeder, die The Passage-Trilogie von Justin Cronin gelesen haben sollte. Aber ich gehe nun auch nicht hin, und missioniere.
  
 Schreibt mir auch mal euer absolutes Must Read-Buch auf, das interessiert mich! Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Interview-Rezension zu "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh + Welttag des Buches-Verlosung

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Die liebe Livia und ich haben uns in den letzten eineinhalb Wochen intensiv mit der Neuerscheinung Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh beschäftigt. Es ist das zweite Buch der Autorin und wir waren beide sehr gespannt, was die Geschichte mit sich bringt. Die Liebe ist kein schlechter Verlierer, Katie Marshs Debüt, konnte uns im letzten Jahr gleichsam überzeugen. In den Kommentaren zu unserer kleinen Blogleserunde haben wir uns immer abwechselnd zu den einzelnen Leseabschnitten ausgetauscht. Damit diese Eindrücke, aber auch das Gelesene an sich nicht einfach so stehen bleiben, wollen wir euch an unseren allgemeinen Empfindungen zum Buch wieder einmal in Interviewform teilhaben lassen. Und: heute ist der Welttag des Buches! Anlässlich der alljährlichen Bloggeraktion Blogger schenken Lesefreude beteiligen die liebe Livia und ich uns ebenfalls. Mehr dazu dann aber weiter unten :-) Hier kommt nun erstmal das Interview mit der lieben Livia:
Katie Marsh Du erinnerst mich an morgen | Gegenwartsliteratur| Broschur, 430 Seiten | Preis: 12,99€| erschienen am 10. April 2017 | ISBN: 9783453291904 | Hier bestellen: Thalia eBook *amazon

Darum geht es: 

Zoe will gerade die Zukunft mit ihrer großen Liebe Jamie beginnen, als sie ihre Vergangenheit einholt. Kurz vor der Trauung erreicht sie der Hilferuf ihrer Mutter, mit der sie seit Jahren nicht gesprochen hat. Ohne nachzudenken verlässt Zoe die eigene Hochzeit und findet eine veränderte Mutter. Die Neuigkeit trifft sie mit voller Wucht: Gina ist mit gerade mal Anfang fünfzig an Alzheimer erkrankt. Der Alltag wird bedrohlicher, die Versöhnung mit ihrer Tochter immer dringlicher. Zoe will Gina beistehen, ist aber auch damit konfrontiert, dass Jamie sie nach der geplatzten Hochzeit verlassen hat. Ist er bereit, ihr eine zweite Chance zu geben? Und können Mutter und Tochter die Vergangenheit überwinden, jetzt da Gina ihre Erinnerung langsam, aber unaufhaltsam verliert?


Unsere Eindrücke - Interview-Rezension mit Livia

1. Liebe Livia, wir hatten ja bereits zu Beginn der Leserunde ausgiebig über das Cover gesprochen. Hat sich die Bedeutung des Covers für dich im Verlauf des Buches verändert, oder interpretierst du das Coverbild noch genau gleich wie vor der Lektüre? 

Zuerst: das Cover gefällt mir sehr, sehr gut. Die kräftigen Farben und die Anordnung der einzelnen Blütenblätter/Erinnerungsstücke/Gedankenfetzen sind ein wahrer Blickfang und machen in meinem Bücherregal total etwas her :-) Auf mich wirkte das Cover aufgrund der Farben fröhlich und melancholisch zugleich, wie ein schmerzlicher Verlust, der aber trotzdem mit schönen Erinnerungen einhergeht. Dies hatte ich dann natürlich auch vom Inhalt erwartet. Fröhlichkeit habe ich zwar schon irgendwie bekommen, Drama auch (aber nicht dort, wo es gepasst hätte), aber Melancholie habe ich leider vergebens gesucht. Coverfan bleibe ich aber natürlich nach wie vor :-) 

2. Ich persönlich hatte erst etwas Schwierigkeiten, mich auf Zoe einzulassen, dir fiel es im Gegensatz zu mir sehr leicht. Warum? Was fandest du an Zoe so faszinierend?

Zoe wirkte auf mich zwar nervös, aber stark und entschieden. Sie stand da, am Tag ihrer Hochzeit, unsicher, ob sie die richtige Entscheidung treffen würde und das hat mich berührt. Und zwar nicht, weil ich die Situation kenne oder mir wünsche, mir an meinem Hochzeitstag überlegen zu müssen, ob ich wirklich heiraten will, sondern weil ich da das Gefühl hatte, dass sie eine tragische Erfahrung mit sich herumschleppt, die ihr Leben stark beeinflusst hat und weiterhin beeinflussen wird. Sie hat verletzlich gewirkt. Und trotzdem habe ich mit allem gerechnet. Weil die Situation schon fast zu schrill geschildert war, hätte ich mir auch gut vorstellen können, dass es total humorvoll weitergehen könnte. Eigentlich war der Anfang für mich darum perfekt. Eine Protagonistin, in die ich mich einfühlen konnte und eine Szenerie, von der ich nicht wusste, in welche Richtung es gehen würde, wo aber alles möglich war.

3. Katie Marsh wagt sich ja mit ihrem zweiten Roman “Du erinnerst mich an morgen” gleich wieder an ein eher schwieriges Thema heran. War es bei “Die Liebe ist ein schlechter Verlierer” der Schlaganfall eines eher jungen Patienten, wird nun eine frühe Alzheimererkrankung thematisiert. Gibt es andere eher tabuisierte/stiefmütterlich behandelte/aussergewöhnliche Themen, von denen du gerne öfter in Romanen lesen würdest?


Katia Marshs beide Romane zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf wunderbaren Recherchen beruhen. Egal, wie man sonst die Handlung findet, man muss ihr zugestehen, dass sie sich wirklich mit ihrer Hauptproblematik befasst hat/befassen musste und dass ihr die Beschreibung authentisch gelungen ist. Bei vielen Romanen, in denen Krankheiten oder Unfälle thematisiert werden, habe ich das Gefühl, dass sich der Autor zu wenig mit der Thematik befasst hat und dies darf meiner Meinung nach überhaupt nicht sein. Ich wünsche mir also in erster Linie eine gute Recherchearbeit, unabhängig der Thematik. Zudem finde ich, dass es mehr Bücher geben sollte, welche sich mit psychischen Erkrankungen befassen (wie “Libellen im Kopf” von Gavin Extence - hier geht es zur Rezension), mit Ausgrenzung oder auch mit Eltern, welche ihr Kind verlieren (wie “An einem Tag im Januar” von Christopher Coake - hier geht es zur Rezension). Man kann sich als Romanleser dann mit den Themen befassen und als betroffene Person vielleicht sogar ein wenig Trost oder auch eine andere Sicht auf gewisse Situationen gewinnen.

4. Du hast ja bereits andere Bücher zum Thema Alzheimer gelesen. Was hast du dir in Bezug auf die Darstellung dieser Krankheit von “Du erinnerst mich an morgen” erwartet? Wie sehr ist es der Autorin gelungen, deine Erwartungen zu erfüllen?

Ja genau, und ich habe auch schon in meinem Umfeld Erfahrungen damit gemacht. Und ich muss ehrlich sagen: ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich sich die Krankheit bemerkbar macht und in welche Richtungen sich Menschen verändern, welchen diese Diagnose gestellt wurde. Von dem her war ich total gespannt, wie Katie Marsh dies meistern würde und ich bin der Meinung, dass es ihr sehr gut gelungen ist, Ginas Erkrankung darzustellen. Besondere Schlüsselmomente sind meiner Meinung nach die – bis zum Ende hin vorkommenden – Momente der Erkenntnis. Also das Gefühl, dass man etwas unwiederbringlich verloren/vergessen hat, das eine Leerstelle hinterlässt. Personen, Ereignisse, auch ganz nahe, geliebte Menschen. Das Heimtückische an der Krankheit ist ja, dass Betroffene oft sehr genau realisieren, dass sie vergessen oder zumindest, dass sie Erinnerungslücken haben oder dass sie die Person, die ihnen gerade gegenübersteht, eigentlich erkennen müssten, das Werkzeug, das sie in der Hand halten, eigentlich benützen können müssten. Dieser Schmerz über den Verlust äussert sich unterschiedlich. Manchmal durch Wut, Angst, Trotz, Apathie, aber auch totaler Fröhlichkeit, Überspielen und Übergehen der Situation...und Gina durchlebt diese Stadien unterschiedlich ausgeprägt (was ja auch typisch ist), aber sehr, sehr gut dargestellt. Was mich nur wirklich gestört hat waren zwei Dinge: Erstens nimmt Gina und ihre Geschichte immer weniger Platz ein im Buch und wird mehr und mehr zur Nebenerzählung und auch immer oberflächlicher thematisiert. Und zweitens schreitet Ginas Erkrankung viel zu schnell voran (oder das Buch macht enorme Zeitsprünge, die aber nirgends deklariert werden). Da hätte ich mir gewünscht, dass zum Beispiel am Anfang jedes Kaptitels ein Darum oder Monat steht. Das hätte für mich die zeitlichen Abstände klar erkennbar gemacht und wäre in sich logisch gewesen. So passte das für mich leider gar nicht zusammen.

5. Das Dreieck Gina (erkrankte Mutter), Lily (verkannte Tochter) und Zoe (Lost in Translation) bietet einigen Zündstoff, Reibungspotential aber auch spannende und berührende Reisen in die Vergangenheit. Wie hat sich deine Haltung den Figuren gegenüber im Verlauf der Geschichte verändert?

Mir geht es eigentlich wie dir, Patrizia. Zoe kann ich irgendwann gar nicht mehr ernst nehmen, sie wird gegen Ende total eindimensional und ihr Drama hat sich als ziemlich unbedeutend herausgestellt. Lily wäre wahrscheinlich eine sehr spannende Figur gewesen, zumal ihr neuer Beruf als Kinderbetreuerin sich gar nicht so sehr von anderen Pflegeberufen unterscheidet, da hätten viele Parallelen gezogen werden können. Ausserdem scheint sie mir trotz ihrer Blässe die Vernünftigste zu sein. Und Gina ist eine sehr spannende Figur, welche durch ihre Briefe eine Vorgeschichte erhält und sich im Nachhinein auch erklären kann, auch wenn sie sich gar nicht mehr an alles erinnert. Ich mag diese Figur eigentlich insgesamt am meisten und zwar vor allem darum, weil sie ihre Persönlichkeit trotz Veränderung behält und das ist total gelungen.

6. Ein wichtiger Bestandteil des Buches sind Briefe, die Gina an ihre Tochter Zoe (die ja mehr und mehr ins Zentrum der Handlung rückt) geschrieben hat. Wie hast du das (Spannungs-)Verhältnis zwischen erzählter, also konservierter Vergangenheit und rasant voranschreitender Gegenwart erlebt?

Die Briefe zeigen vor allem Ginas Sicht auf die Dinge, während die Gegenwart (unberechtigterweise und leider auch eher unnötig) Zoe und ihre Probleme, die ich nicht ernst nehmen kann, ins Zentrum stellt. In den Briefen wird Ginas Sicht auf vergangene Ereignisse und vor allem ihre Liebe zu Zoe (da wären mal noch die Briefe an Lily spannend) dargestellt, was mich teilweise sehr berührt hat. Dass die ganzen Missverständnisse und Irrungen und Wirrungen, die für die Handlung gar nicht nötig gewesen wären, respektive die Handlung sogar gebremst haben, durch die Lektüre der Briefe hätten aufgeklärt werden, hat mich geärgert. Hier wäre weniger mehr gewesen.

7. Der Titel “Du erinnerst mich an morgen” hat uns beiden Kopfzerbrechen bereitet. Nun ist das Buch seit einigen Tagen beendet. Fällt dir eine schlüssige Interpretation dazu ein?

Nun ja....nein. Der englische Titel “A Life Without You” passt da meiner Meinung nach viel besser und zwar nicht nur für die Mutter-Tochterbeziehung. Mehr sage ich aber nicht, das wäre Spoiler. Aber der deutsche Titel suggeriert ein Vorausdenken oder Vorwegnehmen, das so gar nicht stattfindet. “Du erinnerst mich an jetzt” oder so würde doch viel besser passen (aber natürlich weniger gut klingen) und so kann ich leider nur vorwerfen, dass der – zugegeben – pathetisch und erwartungssteigernd klingende Titel in erster Linie dem Verkauf dient.

8. Leider hat uns “Du erinnerst mich an morgen” mit eher gemischten Gefühlen und ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Was hat dem Buch deiner Meinung nach gefehlt, um wirklich in sich stimmig und somit überzeugend zu sein?

Gefehlt hat dem Buch vor allem ein glaubwürdiger roter Faden. Dies hätte die Alzheimererkrankung von Gina sein können oder wahrscheinlich sogar müssen, denn so wird das Buch schliesslich verkauft. Tiefgang hat leider auch gefehlt, eine stimmige zeitliche Distanz zwischen den Kapiteln aber leider ebenfalls. Der fantastische, mitreissende und flüssige Schreibstil hätte mehr bessere, stimmigere Handlung verdient. Leider war da ein Zuviel von Wirrungen, die Autorin hat vielleicht zuviel gewollt oder nicht daran geglaubt, dass weniger Drama mehr Inhalt gewesen wäre, dass zwei starke Figuren und ihre vielschichtigen Charakter reichen. Stattdessen bekommt man mehrere halbpatzig ausgearbeitete Figuren mit viel unnötigem Drama. Da hätte mehr Stille, mehr Tiefgang, mehr Gesamtkonzept nicht geschadet.

9. Hast du darüber hinaus noch Buch- oder auch Filmtipps, die sich mit der Thematik “Demenz” beschäftigen?

Ein Buch, das ich gelesen habe, ist “Der alte König in seinem Exil” von Arno Geiger (hier geht es zu meiner Rezension). Dieser berührende und sehr einfühlsame Erfahrungsbericht eines Sohnes über seinen langsam erkrankenden und dadurch auch verschwindenden Vater hat es definitiv in sich. Mehr als Nebenhandlung erscheint die Erkrankung in “A History of Loneliness” von John Boyne (meine Rezension zum Buch) . Die Schwester des Protagonisten Odran ist dabei schwer an Alzheimer erkrankt und zieht sich mehr und mehr zurück, was auch ihm aufzeigt, wie einsam und auf sich selber gestellt er eigentlich ist. Eine sehr gute Freundin von mir, deren Tante dement ist, hat mir zudem das Buch “Dement, aber nicht bescheuert” von Michael Schmieder (hier könnt ihr euch das Buch auf der Verlagsseite ansehen) empfohlen, in dem der Heimleiter einer der besten Demenzklinken im deutschsprachigen Raum aus seiner täglichen Erfahrung mit Demenzpatienten und ihren Angehörigen erzählt. Er hat dabei vor allem die Würde des Patienten im Fokus, was ich wichtig und spannend zugleich finde. 


Verlosung zum Welttag des Buches 2017 

Dank der Mitarbeiter des Diana Verlags hatten Livia und ich nicht nur die Möglichkeit, dass Buch schon vorab zu lesen. Wir können außerdem sogar gleich zwei Leser mit jeweils einem Exemplar (eines auf meinem Blog, eines auf Livias Blog) von Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh zum Welttag des Buches beschenken - natürlich in der deutschen Originalausgabe! 

Was ihr für einen möglichen Buchgewinn tun/beachten müsst

  • Hinterlasst einen Kommentar (das geht auch anonym ;-) ) unter diesem Blogpost und/oder unter dem Blogpost von Livia mit einer gültigen Emailadresse und erzählt uns, welches Buch dich zuletzt richtig bewegt hat. 
  • Eine doppelte Gewinnchance habt ihr, wenn ihr auf beiden Blogs mitmacht und kommentiert.
  • Wenn ihr teilnehmen wollt, allerdings noch keine 18 Jahre alt seid, braucht ihr bei einem möglichen Gewinn unbedingt die Einverständniserklärung eurer Eltern! 
  • Die Verlosung läuft bis nächste Woche Samstag, den 29. April 2017, bis 23.59Uhr. Dann wird die Kommentarfunktion ausgeschaltet und der Gewinner via Zufallsgenerator ausgelost. Die Gewinner werden wir dann am Sonntag, den 30. April auf den Blogs bekannt geben und natürlich auch per Email kontaktieren! (mit Abschicken des Kommentars erklärst Du dich also damit einverstanden, dass wir deinen Vornamen oder Blognamen hier auf den Blogs veröffentlichen dürfen. Alle anderen persönlichen Daten, Adresse etc., werden selbstverständlich nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht!). 
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich! 
  • Teilnehmen dürfen alle mit einem Wohnsitz in Deutschland, Österreich und Schweiz :) 
  • Die Buchgewinne werden unversichert verschickt, also als Buchsendung.

Wir hoffen, euch hat diese Form der Rezension wieder gefallen. Wir drücken euch die Daumen für die Verlosung! 
Habt einen tollen Welttag des Buches :-)