Gemeinsam lesen #110: Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge

 Hallöchen, ihr Lieben! 
Heute nehme ich bereits zum 110. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!

Und nun zu den Fragen für diese Woche:


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag und bin aktuell auf Seite 65.

Darum geht's: 
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Als das Lied von Neuem beginnt, drehe ich mich auf die Seite.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Letzte Woche habe ich Den Mund voll ungesagter Dinge noch bei der lieben Nicole von Nicoles Bibliothek gesehen und kommentiert, dass ich mir das Buch aufgrund des Hypes erst nach dem Hype zulegen wollen würde. Vor allem weil LGBTQ+ gerade der Kassenschlager überhaupt zu sein scheint, bin ich sehr skeptisch, was die Geschichte angeht. Ich will da keine Klischees lesen. Und ich will, dass möglichst wenig Stereotypen bedient werden, die der Thematik einfach nicht dienlich sind. Nun stand das Buch aber ganz frisch in der Bibliothek (die entdecke ich gerade wieder ein bisschen für mich neu) und da dachte ich, dass ich dem Ganzen einfach eher die Chance gebe und hoffe natürlich sehr, dass es mich ebenso begeistern kann, wie viele andere meiner liebsten Buchbloggerkolleginnen. Habt ihr die Geschichte schon gelesen?
 
4. Hast du ein buchiges Herzensprojekt oder ein Lieblingsbuch, für das du keine Gelegenheit verstreichen lässt, um es präsent zu machen, weil du denkst, dass jeder es kennen sollte? Erzähle uns davon!
Also ich finde ja, dass jeder, und wirklich jeder, die The Passage-Trilogie von Justin Cronin gelesen haben sollte. Aber ich gehe nun auch nicht hin, und missioniere.
  
 Schreibt mir auch mal euer absolutes Must Read-Buch auf, das interessiert mich! Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Interview-Rezension zu "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh + Welttag des Buches-Verlosung

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Die liebe Livia und ich haben uns in den letzten eineinhalb Wochen intensiv mit der Neuerscheinung Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh beschäftigt. Es ist das zweite Buch der Autorin und wir waren beide sehr gespannt, was die Geschichte mit sich bringt. Die Liebe ist kein schlechter Verlierer, Katie Marshs Debüt, konnte uns im letzten Jahr gleichsam überzeugen. In den Kommentaren zu unserer kleinen Blogleserunde haben wir uns immer abwechselnd zu den einzelnen Leseabschnitten ausgetauscht. Damit diese Eindrücke, aber auch das Gelesene an sich nicht einfach so stehen bleiben, wollen wir euch an unseren allgemeinen Empfindungen zum Buch wieder einmal in Interviewform teilhaben lassen. Und: heute ist der Welttag des Buches! Anlässlich der alljährlichen Bloggeraktion Blogger schenken Lesefreude beteiligen die liebe Livia und ich uns ebenfalls. Mehr dazu dann aber weiter unten :-) Hier kommt nun erstmal das Interview mit der lieben Livia:
Katie Marsh Du erinnerst mich an morgen | Gegenwartsliteratur| Broschur, 430 Seiten | Preis: 12,99€| erschienen am 10. April 2017 | ISBN: 9783453291904 | Hier bestellen: Thalia eBook *amazon

Darum geht es: 

Zoe will gerade die Zukunft mit ihrer großen Liebe Jamie beginnen, als sie ihre Vergangenheit einholt. Kurz vor der Trauung erreicht sie der Hilferuf ihrer Mutter, mit der sie seit Jahren nicht gesprochen hat. Ohne nachzudenken verlässt Zoe die eigene Hochzeit und findet eine veränderte Mutter. Die Neuigkeit trifft sie mit voller Wucht: Gina ist mit gerade mal Anfang fünfzig an Alzheimer erkrankt. Der Alltag wird bedrohlicher, die Versöhnung mit ihrer Tochter immer dringlicher. Zoe will Gina beistehen, ist aber auch damit konfrontiert, dass Jamie sie nach der geplatzten Hochzeit verlassen hat. Ist er bereit, ihr eine zweite Chance zu geben? Und können Mutter und Tochter die Vergangenheit überwinden, jetzt da Gina ihre Erinnerung langsam, aber unaufhaltsam verliert?


Unsere Eindrücke - Interview-Rezension mit Livia

1. Liebe Livia, wir hatten ja bereits zu Beginn der Leserunde ausgiebig über das Cover gesprochen. Hat sich die Bedeutung des Covers für dich im Verlauf des Buches verändert, oder interpretierst du das Coverbild noch genau gleich wie vor der Lektüre? 

Zuerst: das Cover gefällt mir sehr, sehr gut. Die kräftigen Farben und die Anordnung der einzelnen Blütenblätter/Erinnerungsstücke/Gedankenfetzen sind ein wahrer Blickfang und machen in meinem Bücherregal total etwas her :-) Auf mich wirkte das Cover aufgrund der Farben fröhlich und melancholisch zugleich, wie ein schmerzlicher Verlust, der aber trotzdem mit schönen Erinnerungen einhergeht. Dies hatte ich dann natürlich auch vom Inhalt erwartet. Fröhlichkeit habe ich zwar schon irgendwie bekommen, Drama auch (aber nicht dort, wo es gepasst hätte), aber Melancholie habe ich leider vergebens gesucht. Coverfan bleibe ich aber natürlich nach wie vor :-) 

2. Ich persönlich hatte erst etwas Schwierigkeiten, mich auf Zoe einzulassen, dir fiel es im Gegensatz zu mir sehr leicht. Warum? Was fandest du an Zoe so faszinierend?

Zoe wirkte auf mich zwar nervös, aber stark und entschieden. Sie stand da, am Tag ihrer Hochzeit, unsicher, ob sie die richtige Entscheidung treffen würde und das hat mich berührt. Und zwar nicht, weil ich die Situation kenne oder mir wünsche, mir an meinem Hochzeitstag überlegen zu müssen, ob ich wirklich heiraten will, sondern weil ich da das Gefühl hatte, dass sie eine tragische Erfahrung mit sich herumschleppt, die ihr Leben stark beeinflusst hat und weiterhin beeinflussen wird. Sie hat verletzlich gewirkt. Und trotzdem habe ich mit allem gerechnet. Weil die Situation schon fast zu schrill geschildert war, hätte ich mir auch gut vorstellen können, dass es total humorvoll weitergehen könnte. Eigentlich war der Anfang für mich darum perfekt. Eine Protagonistin, in die ich mich einfühlen konnte und eine Szenerie, von der ich nicht wusste, in welche Richtung es gehen würde, wo aber alles möglich war.

3. Katie Marsh wagt sich ja mit ihrem zweiten Roman “Du erinnerst mich an morgen” gleich wieder an ein eher schwieriges Thema heran. War es bei “Die Liebe ist ein schlechter Verlierer” der Schlaganfall eines eher jungen Patienten, wird nun eine frühe Alzheimererkrankung thematisiert. Gibt es andere eher tabuisierte/stiefmütterlich behandelte/aussergewöhnliche Themen, von denen du gerne öfter in Romanen lesen würdest?


Katia Marshs beide Romane zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf wunderbaren Recherchen beruhen. Egal, wie man sonst die Handlung findet, man muss ihr zugestehen, dass sie sich wirklich mit ihrer Hauptproblematik befasst hat/befassen musste und dass ihr die Beschreibung authentisch gelungen ist. Bei vielen Romanen, in denen Krankheiten oder Unfälle thematisiert werden, habe ich das Gefühl, dass sich der Autor zu wenig mit der Thematik befasst hat und dies darf meiner Meinung nach überhaupt nicht sein. Ich wünsche mir also in erster Linie eine gute Recherchearbeit, unabhängig der Thematik. Zudem finde ich, dass es mehr Bücher geben sollte, welche sich mit psychischen Erkrankungen befassen (wie “Libellen im Kopf” von Gavin Extence - hier geht es zur Rezension), mit Ausgrenzung oder auch mit Eltern, welche ihr Kind verlieren (wie “An einem Tag im Januar” von Christopher Coake - hier geht es zur Rezension). Man kann sich als Romanleser dann mit den Themen befassen und als betroffene Person vielleicht sogar ein wenig Trost oder auch eine andere Sicht auf gewisse Situationen gewinnen.

4. Du hast ja bereits andere Bücher zum Thema Alzheimer gelesen. Was hast du dir in Bezug auf die Darstellung dieser Krankheit von “Du erinnerst mich an morgen” erwartet? Wie sehr ist es der Autorin gelungen, deine Erwartungen zu erfüllen?

Ja genau, und ich habe auch schon in meinem Umfeld Erfahrungen damit gemacht. Und ich muss ehrlich sagen: ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich sich die Krankheit bemerkbar macht und in welche Richtungen sich Menschen verändern, welchen diese Diagnose gestellt wurde. Von dem her war ich total gespannt, wie Katie Marsh dies meistern würde und ich bin der Meinung, dass es ihr sehr gut gelungen ist, Ginas Erkrankung darzustellen. Besondere Schlüsselmomente sind meiner Meinung nach die – bis zum Ende hin vorkommenden – Momente der Erkenntnis. Also das Gefühl, dass man etwas unwiederbringlich verloren/vergessen hat, das eine Leerstelle hinterlässt. Personen, Ereignisse, auch ganz nahe, geliebte Menschen. Das Heimtückische an der Krankheit ist ja, dass Betroffene oft sehr genau realisieren, dass sie vergessen oder zumindest, dass sie Erinnerungslücken haben oder dass sie die Person, die ihnen gerade gegenübersteht, eigentlich erkennen müssten, das Werkzeug, das sie in der Hand halten, eigentlich benützen können müssten. Dieser Schmerz über den Verlust äussert sich unterschiedlich. Manchmal durch Wut, Angst, Trotz, Apathie, aber auch totaler Fröhlichkeit, Überspielen und Übergehen der Situation...und Gina durchlebt diese Stadien unterschiedlich ausgeprägt (was ja auch typisch ist), aber sehr, sehr gut dargestellt. Was mich nur wirklich gestört hat waren zwei Dinge: Erstens nimmt Gina und ihre Geschichte immer weniger Platz ein im Buch und wird mehr und mehr zur Nebenerzählung und auch immer oberflächlicher thematisiert. Und zweitens schreitet Ginas Erkrankung viel zu schnell voran (oder das Buch macht enorme Zeitsprünge, die aber nirgends deklariert werden). Da hätte ich mir gewünscht, dass zum Beispiel am Anfang jedes Kaptitels ein Darum oder Monat steht. Das hätte für mich die zeitlichen Abstände klar erkennbar gemacht und wäre in sich logisch gewesen. So passte das für mich leider gar nicht zusammen.

5. Das Dreieck Gina (erkrankte Mutter), Lily (verkannte Tochter) und Zoe (Lost in Translation) bietet einigen Zündstoff, Reibungspotential aber auch spannende und berührende Reisen in die Vergangenheit. Wie hat sich deine Haltung den Figuren gegenüber im Verlauf der Geschichte verändert?

Mir geht es eigentlich wie dir, Patrizia. Zoe kann ich irgendwann gar nicht mehr ernst nehmen, sie wird gegen Ende total eindimensional und ihr Drama hat sich als ziemlich unbedeutend herausgestellt. Lily wäre wahrscheinlich eine sehr spannende Figur gewesen, zumal ihr neuer Beruf als Kinderbetreuerin sich gar nicht so sehr von anderen Pflegeberufen unterscheidet, da hätten viele Parallelen gezogen werden können. Ausserdem scheint sie mir trotz ihrer Blässe die Vernünftigste zu sein. Und Gina ist eine sehr spannende Figur, welche durch ihre Briefe eine Vorgeschichte erhält und sich im Nachhinein auch erklären kann, auch wenn sie sich gar nicht mehr an alles erinnert. Ich mag diese Figur eigentlich insgesamt am meisten und zwar vor allem darum, weil sie ihre Persönlichkeit trotz Veränderung behält und das ist total gelungen.

6. Ein wichtiger Bestandteil des Buches sind Briefe, die Gina an ihre Tochter Zoe (die ja mehr und mehr ins Zentrum der Handlung rückt) geschrieben hat. Wie hast du das (Spannungs-)Verhältnis zwischen erzählter, also konservierter Vergangenheit und rasant voranschreitender Gegenwart erlebt?

Die Briefe zeigen vor allem Ginas Sicht auf die Dinge, während die Gegenwart (unberechtigterweise und leider auch eher unnötig) Zoe und ihre Probleme, die ich nicht ernst nehmen kann, ins Zentrum stellt. In den Briefen wird Ginas Sicht auf vergangene Ereignisse und vor allem ihre Liebe zu Zoe (da wären mal noch die Briefe an Lily spannend) dargestellt, was mich teilweise sehr berührt hat. Dass die ganzen Missverständnisse und Irrungen und Wirrungen, die für die Handlung gar nicht nötig gewesen wären, respektive die Handlung sogar gebremst haben, durch die Lektüre der Briefe hätten aufgeklärt werden, hat mich geärgert. Hier wäre weniger mehr gewesen.

7. Der Titel “Du erinnerst mich an morgen” hat uns beiden Kopfzerbrechen bereitet. Nun ist das Buch seit einigen Tagen beendet. Fällt dir eine schlüssige Interpretation dazu ein?

Nun ja....nein. Der englische Titel “A Life Without You” passt da meiner Meinung nach viel besser und zwar nicht nur für die Mutter-Tochterbeziehung. Mehr sage ich aber nicht, das wäre Spoiler. Aber der deutsche Titel suggeriert ein Vorausdenken oder Vorwegnehmen, das so gar nicht stattfindet. “Du erinnerst mich an jetzt” oder so würde doch viel besser passen (aber natürlich weniger gut klingen) und so kann ich leider nur vorwerfen, dass der – zugegeben – pathetisch und erwartungssteigernd klingende Titel in erster Linie dem Verkauf dient.

8. Leider hat uns “Du erinnerst mich an morgen” mit eher gemischten Gefühlen und ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Was hat dem Buch deiner Meinung nach gefehlt, um wirklich in sich stimmig und somit überzeugend zu sein?

Gefehlt hat dem Buch vor allem ein glaubwürdiger roter Faden. Dies hätte die Alzheimererkrankung von Gina sein können oder wahrscheinlich sogar müssen, denn so wird das Buch schliesslich verkauft. Tiefgang hat leider auch gefehlt, eine stimmige zeitliche Distanz zwischen den Kapiteln aber leider ebenfalls. Der fantastische, mitreissende und flüssige Schreibstil hätte mehr bessere, stimmigere Handlung verdient. Leider war da ein Zuviel von Wirrungen, die Autorin hat vielleicht zuviel gewollt oder nicht daran geglaubt, dass weniger Drama mehr Inhalt gewesen wäre, dass zwei starke Figuren und ihre vielschichtigen Charakter reichen. Stattdessen bekommt man mehrere halbpatzig ausgearbeitete Figuren mit viel unnötigem Drama. Da hätte mehr Stille, mehr Tiefgang, mehr Gesamtkonzept nicht geschadet.

9. Hast du darüber hinaus noch Buch- oder auch Filmtipps, die sich mit der Thematik “Demenz” beschäftigen?

Ein Buch, das ich gelesen habe, ist “Der alte König in seinem Exil” von Arno Geiger (hier geht es zu meiner Rezension). Dieser berührende und sehr einfühlsame Erfahrungsbericht eines Sohnes über seinen langsam erkrankenden und dadurch auch verschwindenden Vater hat es definitiv in sich. Mehr als Nebenhandlung erscheint die Erkrankung in “A History of Loneliness” von John Boyne (meine Rezension zum Buch) . Die Schwester des Protagonisten Odran ist dabei schwer an Alzheimer erkrankt und zieht sich mehr und mehr zurück, was auch ihm aufzeigt, wie einsam und auf sich selber gestellt er eigentlich ist. Eine sehr gute Freundin von mir, deren Tante dement ist, hat mir zudem das Buch “Dement, aber nicht bescheuert” von Michael Schmieder (hier könnt ihr euch das Buch auf der Verlagsseite ansehen) empfohlen, in dem der Heimleiter einer der besten Demenzklinken im deutschsprachigen Raum aus seiner täglichen Erfahrung mit Demenzpatienten und ihren Angehörigen erzählt. Er hat dabei vor allem die Würde des Patienten im Fokus, was ich wichtig und spannend zugleich finde. 


Verlosung zum Welttag des Buches 2017 

Dank der Mitarbeiter des Diana Verlags hatten Livia und ich nicht nur die Möglichkeit, dass Buch schon vorab zu lesen. Wir können außerdem sogar gleich zwei Leser mit jeweils einem Exemplar (eines auf meinem Blog, eines auf Livias Blog) von Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh zum Welttag des Buches beschenken - natürlich in der deutschen Originalausgabe! 

Was ihr für einen möglichen Buchgewinn tun/beachten müsst

  • Hinterlasst einen Kommentar (das geht auch anonym ;-) ) unter diesem Blogpost und/oder unter dem Blogpost von Livia mit einer gültigen Emailadresse und erzählt uns, welches Buch dich zuletzt richtig bewegt hat. 
  • Eine doppelte Gewinnchance habt ihr, wenn ihr auf beiden Blogs mitmacht und kommentiert.
  • Wenn ihr teilnehmen wollt, allerdings noch keine 18 Jahre alt seid, braucht ihr bei einem möglichen Gewinn unbedingt die Einverständniserklärung eurer Eltern! 
  • Die Verlosung läuft bis nächste Woche Samstag, den 29. April 2017, bis 23.59Uhr. Dann wird die Kommentarfunktion ausgeschaltet und der Gewinner via Zufallsgenerator ausgelost. Die Gewinner werden wir dann am Sonntag, den 30. April auf den Blogs bekannt geben und natürlich auch per Email kontaktieren! (mit Abschicken des Kommentars erklärst Du dich also damit einverstanden, dass wir deinen Vornamen oder Blognamen hier auf den Blogs veröffentlichen dürfen. Alle anderen persönlichen Daten, Adresse etc., werden selbstverständlich nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht!). 
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich! 
  • Teilnehmen dürfen alle mit einem Wohnsitz in Deutschland, Österreich und Schweiz :) 
  • Die Buchgewinne werden unversichert verschickt, also als Buchsendung.

Wir hoffen, euch hat diese Form der Rezension wieder gefallen. Wir drücken euch die Daumen für die Verlosung! 
Habt einen tollen Welttag des Buches :-) 

Ein paar Worte zu... Art Spiegelman: Maus - Die Geschichte eines Überlebenden

Holocaust Historical (Non-)Fiction - Graphic Novel | Taschenbuch, 300 Seiten | Fischer Taschenbuch Verlag | Preis: 14,95€  | 1. April 2008 (Original-Erstveröffentlichung Dezember 1980) | ISBN: 9783596180943 | Hier bestellen: thalia *amazon


Worum geht es?

Die Geschichte von Maus veränderte über Nacht die Geschichte des Comic Strips – aus Kult wurde Kunst. Berichtet wird die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman. In Queens, New York, schildert er seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Überlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in dem Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen. 

Wie hat es mir gefallen?

Vor ein paar Jahren begegnete mir Maus von Art Spiegelman im Geschichtsstudium. Bei Recherchen für meine Masterarbeit, in der es darum ging, ob und wie man Kindern mithilfe von Comics und Graphic Novels Geschichte beibringen kann, wurde vor allem Spiegelman häufig in den fachwissenschaftlichen Aufsätzen erwähnt. Während meines Praxissemesters habe ich für meine Comic-AG dann tatsächlich mal das Werk ausgeliehen und zumindest darin geblättert, aber großartige Verwendung fand es dann doch keine. Jetzt als so richtig fertige Lehrerin, und weil der Nationalsozialismus und der damit verbundene Holocaust zu behandelnde Themen im Geschichtsunterricht waren (das wohl komplexeste Thema überhaupt, wenn ihr mich fragt!), wollte ich vor allem literarisch mal über den Tellerrand blicken. Zwar habe ich im ersten Durchlauf überhaupt einen ganz eigenen Weg für mich gefunden, den Kids diese Thematik näher zu bringen, aber für die Zukunft ist es dennoch immer hilfreich zu wissen, wie und vor allem wo man sich noch Material heranziehen kann, welches die Kids einerseits motiviert und andererseits Verständnis schafft. 
Maus ist auf seine Art ziemlich besonders. Es erzählt nicht nur die Geschichte eines Überlebenden (und letztlich die Geschichte des Überlebens vieler), sondern auch die Geschichte eines Sohnes, der sich mit seiner eigenen Familiengeschichte und der Identifikation mit dieser auseinandersetzt. Wo komme ich her und was für ein Mensch will ich in Zukunft sein? Was macht mich zu dem, der ich heute bin? Erst mit diesen Fragen macht sich Art Spiegelman zu seinem Vater Wladeck auf (und ja, das wird bereits in Panels erzählt) und erhält Einblick in dessen Biografie.
Der zentrale Aspekt erstreckt sich hier von Mitte 1930 bis zum Winter 1944 und wird rückblickend in mehreren Treffen zwischen Art und Wladeck erzählt. Besonders gefallen hat mir zu Beginn, wie Spiegelman die Diskrepanz zwischen Wladeck hat sich, wie jeder andere auch, einen guten Stand in der Gesellschaft erarbeitet und Wladeck ist ein Jude, und nur deshalb wird ihm alles an Gut und Recht genommen darstellt. Besonders intensiv wurden dann definitiv die Panels, in denen es ganz konkret um die Verfolgung, Flucht und Deportationen geht. Auch wenn Art Spiegelman sich dem Stilmittel der Verfremdung bedient (die Juden werden als Mäuse, die Nationalsozialisten als Katzen dargestellt usw.), bleibt eine gewisse Emotionalität trotzdem erhalten, die so etwas wie Empathiempfinden überhaupt erst ermöglichen. 

In vielen Kritiken wird diese Verfremdung häufig infrage gestellt. Doch war sie von Art Spiegelman ganz bewusst gewählt, in einem Interview sagte er dazu: "(...) I need to show the events and memory of the Holocaust without showing them. I want to show the masking of these events in their representation. (...)" (E. Young: The Holocaust as vicarious past: Spiegelman’s Maus and the afterimages of history, S. 687). Zudem denke ich persönlich, dass dies vor allem bei jüngeren Lesern eine annehmbare Möglichkeit ist, eine Distanz zu schaffen, um über das Unvorstellbare zu sprechen. Nichtzuletzt zeigt diese Klassifikation in Tierform nur noch mehr, welches "Weltbild" die Nationalsozialisten vertraten: Menschen waren für sie nichts anderes als klassifizierbare Tiere, mit mehr oder weniger Nutzen (die Maus steht hierfür vor allem für das Ungeziefer). 

Zwischen den Schilderungen Wladecks erfolgen immer wieder Pausen, die den Leser zurück in die Gegenwart, also wahrscheinlich die 60er/70er Jahre, holen. Diese Stellen fand ich mindestens genauso lesens- bzw. betrachtenswert, wie die Geschichte von Wladeck selbst, denn hier zeigt Art Spiegelman nicht nur sehr präzise die autobiografische Geschichte seiner selbst auf, sondern auch, dass diese für uns heute unvorstellbaren Erlebnisse für die Überlebenden niemals nur ein Erlebnis bleiben, welches irgendwann sein Ende genommen hat. Diese Geschehnisse überleben genauso und formen die Wesenszüge der Betroffenden grundlegend neu, aber auch die der unmittelbaren Verwandten. In Maus stellt sich dies insofern dar, als das Wladeck "Ticks" entwickelt hat, die es eigentlich kaum möglich machen, mit ihm unter einem Dach zu leben - er ist sehr launisch, missgünstig, geizig und oftmals zeigt er auch Verhaltensweisen manipulativer Natur. Dahingehend ergreift beispielsweise seine neue Lebensgefährtin alsbald die Flucht, und stellt die Ehe stark infrage. Und auch Art kann die Anwesenheit seines Vaters nur mit Mühe aushalten, sie haben ein stark distanziertes Verhältnis zueinander. 

Hier werden richtig gute Spannungsfelder geöffnet, da es lohnt die historische Figur Wladeck in seinen Schilderungen über die Deportationen und die Beschreibungen in den Lagern als Identifikationsfigur heranzuziehen. In der erzählten Gegenwart ist es dann aber eher Art, da man seine Gefühle und Einstellungen, die er seinem Vater gegenüber hat, auf jeden Fall nachempfinden kann. Wladeck ist ja nicht mehr der Mann, der er einmal war. Hier könnten Diskussionen anschließen, was dafür gesorgt hat, dass er sich in bestimmten Situationen (er nimmt beispielsweise jede Menge kostenloser Servietten aus einem Hotel mit und bunkert sie daheim) so und nicht anders verhält.

Auch wenn die Graphic Novel natürlich besonders auf der emotionalen Ebene eine Wirkung erzielen möchte (viele Panels sind auch in gezeichneter und somit verfremdeter Form trotzdem schockierend in ihrer Darstellung), beinhaltet sie auch den Kerngedanken des Glück habens. Wladeck kann den Holocaust mithilfe vieler glücklicher Zufälle überstehen, beispielsweise wenn er bei einer Frau in der Scheune Unterschlupf bekommt oder Aufseher im Durchgangslager schmieren kann. Damit sind in Maus auf jeden Fall zahlreiche Ansätze geschaffen worden, um sich mit den Themen Hoffnung, Glaube, Verantwortung und Schuld auseinanderzusetzen. 

Zu guter Letzt dann noch kurz ein zwei Sätze zum sprachlichen Gehalt. Graphic Novels wie diese funktionieren ja vor allem durch ihre Bilder. Besonders fand ich persönlich aber, dass sowohl in der Originalfassung als auch in der Übersetzung Wladeck sein polnischer Akzent auch in der Schriftsprache gelassen wird. Das erfordert beim Lesen zwar erhöhte Konzentration, schafft aber auch ein erhöhtes Maß an Authentizität. 

Wahrscheinlich gäbe es noch viel mehr Aspekte, die man rund um Maus von Art Spiegelman aufgreifen müsste, um der Graphic Novel in irgendeiner Weise gerecht zu werden. Die hier ausformulierten Absätze erscheinen mir persönlich für besonders erwähnenswert. Ich halte Maus von Art Spiegelman für sehr außergewöhnlich in seiner Darstellung. Es steckt sehr viel mehr in den Panels, als man sich vielleicht von einem Comic erwartet. Ein Buch hätte die autobiografische und biografische Geschichte um einen Überlebenden wahrscheinlich gar nicht so vielschichtig erzählen können. Auf jeden Fall nicht nur absolut lesenswert, sondern auch eine Geschichte, über die es sich zu reden lohnt. Die Bezeichnung "moderner Klassiker" passt hundertprozentig! Good to know: Art Spiegelman wurde für seine Arbeit an Maus im Jahr 1992 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. 

Lieblinks

Hier findet ihr das Buch auch nochmal auf der Verlagswebsite. Im Jahr 2012 erschien zudem Metamaus. Es ist quasi eine Behind the Scenes-Graphic Novel über das Entstehen von Maus mit vielen zusätzlichen Materialien und einem ausführlichen Interview. 



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)

Gemeinsam lesen #109: Matteo Corradini - Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

 Hallöchen, ihr Lieben! 
Heute nehme ich bereits zum 109. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!

Und nun zu den Fragen für diese Woche:


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge von Matteo Corradini und bin aktuell auf Seite 11.

Darum geht's: 

Nach einer wahren Geschichte... Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Zuerst einmal habe ich eine Überraschung für euch.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Ich habe erst gestern Abend mit dem Buch begonnen, welches mir der Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat (danke dafür!). Weit bin ich dementsprechend noch nicht, aber verfolgt man die Nachrichten aus aller Welt, könnten gerade diese Bücher über das Erinnern und Gedenken nicht weniger Parallelen aufweisen. Und natürlich auch, weil ich immer auf der Suche nach guten Büchern bin, die den Kids verständlich machen, was zu jener Zeit geschehen ist, ohne sie zu überwältigen, noch die Vergangenheit ungenau darzustellen. Besonders fand ich zudem schon das Vorwort, welches die jugendlichen Leser abzuholen vermag, da es nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und hoch wissenschaftlich formuliert daherkommt.
 
4. Planst du gemeinsam Lesen gerne vor oder beantwortest du die Fragen an dem Tag spontan?
Heute schreibe ich den Beitrag quasi sofort (weil ich momentan noch Ferien/Urlaub habe), ansonsten ist mir das Planen lieber.
  
 Wie handhabt ihr es mit den Fragen? Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Gemeinsam lesen #108: Katie Marsh - Du erinnerst mich an morgen

 Hallöchen, ihr Lieben! 
Heute nehme ich bereits zum 108. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!

Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh und bin aktuell auf Seite 157.

Darum geht's: 
Was, wenn deine Zukunft beginnt, dich aber deine Vergangenheit in diesem Moment einholt? Eine Tochter, die ihre große Liebe heiraten will und sich nicht von einer schmerzhaften Erinnerung lösen kann. Eine Mutter, die sich nach Versöhnung mit ihrer Familie sehnt und langsam ihre Erinnerung verliert. Die berührende Geschichte von Zoe und Gina erzählt von Verlust, zweiten Chancen und bedingungsloser Liebe.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Liebe Zoe, drei weitere Jahre sind vergangen, und du bist jetzt ZWÖLF.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Die liebe Livia und ich veranstalten zu unserem derzeitigen Currently Reading (ja, wir lesen dasselbe Buch) eine kleine Blogleserunde. Die Abschnitte zum Buch haben wir uns eingeteilt und auf den jeweiligen Blogs besprechen wir dann die Inhalte dieser etwas genauer. Am Samstag sind wir offiziell gestartet, das Buch ist seit gestern erhältlich. Mittlerweile kann ich mich nach ein paar Anfangsschwierigkeiten doch besser in der Geschichte verorten. Wir haben hier sehr viele Handlungsstränge, die ineinander laufen, vor allem in der Vergangenheit von Zoe und Gina ist so einiges vorgefallen. Aber auch die Erkrankung Alzheimer/Demenz spielt eine größere Rolle. Mit seinen knapp 430 Seiten also ein ganz schön komplexes Buch, aber es macht wieder ungeheuren Spaß sich mit Livia über die einzelnen Leseabschnitte auszutauschen. Ein Einsteigen ist übrigens, da wir ja auch erst bei Leseabschnitt zwei sind, immernoch möglich! Dafür klickt einfach auf das Banner in der Sidebar rechts. Und auch sonst lohnt es sich unsere Leserunde ein kleines bisschen zu verfolgen, da wir uns außerdem noch eine kleine Aktion zum Welttag des Buches am 23. April überlegt haben!
 
4. Nimmst du an Lesechallenges teil? Wenn ja, planst du dein Lesen danach oder guckst erst, nachdem du ein Buch gelesen hast, ob es irgendwie passt?
Die einzige Lesechallenge seit Jahren, die ich auch wirklich akribisch verfolge, ist meine goodreads-Reading Challenge. Und hier geht es letztlich ja nur darum, eine gewisse Anzahl von Büchern in einem Jahr zu lesen, das zu erreichende Ziel setzt man sich hierbei selbst. Eine Challenge in der man sich also quasi selbst herausfordert. Dementsprechend schaue ich alle paar Wochen mal, wie es so lesetechnisch aussieht und ob ich mein Jahres-Soll erreichen kann. Aber da ich mich in den letzten Jahren immer selbst übertroffen habe, gucke ich auch gerne mal nach den gelesenen Seiten. Ich habe in diesem Jahr erst 10 Bücher gelesen, das macht eine Seitenzahl von knapp 1900 aus. Um mein Jahresziel 2016 von fast 19000 Seiten zu knacken, muss ich also noch etwas wälzen - und wenn nicht, ist es auch nicht so dramatisch. Es ist lediglich ein lustiges Gimmick von goodreads. Aber sonst bin ich auch weniger streng mit mir, Hörbücher sowie Graphic Novels zähle ich genauso in meine Statistik mit ein, wie "normale" Bücher. Wer sagt schon, was normal ist? Ich habe mal eine Motto-Challenge ausprobiert. Mir war es dann aber einfach schlichtweg zu stressig jeden Monat Lose zu ziehen und im Buchregal zu schauen, welches Buch jetzt zu welchem Los ganz besonders gut passt. Auch die Belohnungsaspekte einer Lesechallenge (Geld sparen und dann richtig eskalieren etc. pp.) motivieren mich nicht wirklich, da ich inzwischen in dem Luxus lebe, mir einfach Bücher kaufen zu können, wenn ich sie haben will (erst gestern wieder, ehem) und dies einfach als "Ich gönn mir das jetzt"-Moment zelebriere. Um einen Überblick über den SuB zu behalten, blättere ich dafür mittlerweile regelmäßig durch mein virtuelles Bücherregal. Das genügt  schon vollkommen, um mich im Buchkauf auch selbst zu regulieren, weil ich weiß, dass da noch dieses und jenes Buch auf mich wartet. Oder ich stelle fest, dass ich eben jenes oder dieses Buch aussortieren kann, weil es mich nach so vielen Jahren noch immer nicht zum Lesen animiert. Dann ist die einzige Challenge hierbei nur noch, die Buchbeutel zum öffentlichen Bücherschrank zu stemmen, ohne dabei in Schweiß auszubrechen, haha.
  
 Wie handhabt ihr es mit Lesechallenges? Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Ein paar Worte zu... Oliver Jeffers & Sam Winston - Wo die Geschichten wohnen

 Oliver Jeffers & Sam Winston (beide Text u. Illustrationen) Wo die Geschichten wohnen
Bilderbuch | gebundene Ausgabe, 44 Seiten | mixtvision | Preis: 14,90€  | 27. Januar 2017 | ISBN: 9783958540927 | Hier bestellen: thalia eBook *amazon


Worum geht es?

Ein kleines Mädchen segelt mit ihrem Floß über ein Meer aus Worten. Sie gelangt an das Haus eines kleinen Jungen und nimmt ihn mit auf eine spektakuläre Reise durch die Fantasie. Gemeinsam klettern sie über Berge aus Märchen und entdecken Schätze in der Dunkelheit.

Wie hat es mir gefallen?

Einigen von euch dürfte die virale Aktion Ich bin ein Kind der Bücher vom Verlag mixtvision nicht entgangen sein. In sämtlichen Netzwerken haben Menschen eine Liebeserklärung an das Lesen gepostet. Wie? Sie haben sich an das Buch/die Person zurück erinnert, die sie maßgeblich für das Lesen begeistern konnte. Mama, Papa, Oma, Opa, Harry Potter, Pippi Langstrupf, Michael Ende... die Liste könnte ewig so fortgeführt werden, weil wir alle auf den unterschiedlichsten Wegen das Lesen für uns liebgewonnen haben. Natürlich war die Aktion nicht rein für die Liebe zum Lesen selbst bestimmt, sondern natürlich auch als Vorabankündigung für ein neu illustriertes Kinderbuch von Oliver Jeffers und Sam Winston, welches bei mixtvision publiziert wird: Wo die Geschichten wohnen

Ich selbst konnte prüfungsbedingt vorab nicht bei der Ich bin ein Kind der Bücher-Aktion mitmachen, aber ich durfte das nun frisch geschlüpfte Kinderbuch, was auch bei Erwachsenen guten Anklang findet, einmal genauer unter die Lupe nehmen - vielen lieben Dank an die tollen Verlagsmitarbeiter von mixtvision!

Bereits im letzten Jahr stellte ich euch ein Buch aus dem mixtvision-Verlag vor. Im Land der Wolken von Alexandra Helmig und Anemone Kloos war so unfassbar schön illustriert, mit einer starken Message dahinter. Dem steht Wo die Geschichten wohnen wirklich ins Nichts nach. Auf rund 44 Seiten wird daran erinnert, was das Lesen bewirken kann, nämlich das Aufrechterhalten der Fantasie. Aber es wird auch Kritik an unserer schnelllebigen Gesellschaft geübt, die Ernsthaftigkeit und gehaltvolle Fakten einfordert. Alles muss möglichst sinnstiftend sein, für ein bisschen Schabernack bleibt kaum Zeit. Und auch in meinem Job werde ich häufig damit konfrontiert, wie wenig Vorstellungskraft einige Kids eigentlich mitbringen, weil es weder durch das Elternhaus noch durch erzieherische Institutionen mangels Zeit (und Lehrplans) ausgiebig eingefordert wird. Andererseits erfreut es gerade diese Kinder umso mehr, wenn sie mit Medien konfrontiert werden, die ihre Fantasie wieder fördern und Freiraum für eben diese Erfahrungen geschaffen wird. 
Hierbei setzen die beiden Texter/Illustratoren Jeffers und Winston einerseits auf klare Bilder, die trotzdem unglaublich viel Wortgehalt transportieren und auf vielen anderen Seiten wiederum erlebt der Leser eine wahre Explosion der Farben. Man kann sich an solch einem Bild kaum satt sehen und entdeckt bei jedem Hinschauen wieder ein neues Detail (zum Beispiel Zitate, Sprichwörter, mehrdeutige Bilder). Langeweile? Bei diesem bebilderten Kinderbuch ganz bestimmt nicht! Daher denke ich auch, dass dieses dünne Büchlein mit so viel Inhalt nicht nur primär für die Kleinsten unter uns eine tolle Leseerfahrung ist, sondern vielmehr für eine vielfältige Leserschaft angedacht werden kann, auch gerne in den unteren Jahrgängen einer weiterführenden Schule (seid mutig!).
Das aber auch Erwachsene sich dadurch in Kindheitserinnerungen versetzt fühlen, konnte man auch auf der Leipziger Buchmesse 2017 beobachten, denn der mixtvision-Verlag hat sich Ich bin ein Kind der Bücher auch als Stand-Motto auf die Fahne geschrieben! So viele Danksagungen an die unterschiedlichsten Personen, Autoren und Bücher: 
Und auch ich habe mal nachgeschaut, welche Bücher mich so durch meine Kindheit gebracht haben, Astrid Lindgren ist da natürlich ganz vorne mit dabei, aber auch diverse Buchschätze aus dem damaligen Schneider-Verlag (heute bei Egmont). Nicht zuletzt muss hier auch meine Oma Erwähnung finden, der ich es hauptsächlich zu verdanken haben, dass zu Geburtstag, Weihnachten und Ostern eben diese Bücher immer ein Bestandteil der Geschenke ausgemacht haben. 

Nicht nur die Aktion an sich, sondern auch dieses tolle Buch selbst hat volle fünf von fünf Sternen verdient und ich freue mich schon auf weitere tolle Werke aus dem Haus mixtvision!

Lieblinks

Hier findet ihr das Buch auch nochmal auf der Verlagswebsite. Und hier geht es zum aktuellen Verlagsprogramm, mixtvision publiziert auch Jugendbücher! Zu Wo die Geschichten wohnen gibt es auch einen einminütigen Buchtrailer, indem sich auch die Autoren Jeffers und Winston vorstellen - die sneakpeak gibt es hier!



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)

Blogleserunde zu "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh


Einen wunderschönen Freitag, ihr Lieben! 
Die liebe Livia vom Blog Samtpfoten mit Krallen und ich haben beschlossen, das Buch Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh zusammen zu lesen. Berichtet haben wir euch bereits am letzten Samstag davon, heute starten wir diesmal sogar auf beiden Blogs mit unseren ersten Eindrücken (natürlich ohne Spoiler). Den genauen Ablauf unseres gemeinsamen Lesens könnt ihr wiederum weiter unten noch einmal nachlesen. In den Kommentaren werden wir dann zum jeweilig festgelegten Termin die einzelnen Abschnitte besprechen und natürlich ist ein Einsteigen noch während der Leserei absolut möglich - good to know: das Buch erscheint am kommenden Montag offiziell in den Buchläden :-) Aber es lohnt sich auch, nochmal am 23. April auf unseren Blogs vorbeizuschauen, wir haben uns zum Welttag des Buches 2017 nämlich eine Kleinigkeit für unsere Leserschaft überlegt!

So soll es laufen: 

  • 7.4. Freitag (bei Livia und mir): Allgemeine Eindrücke zum Buch, Anmeldungen zur Leserunde, keine Spoiler erlaubt 
  • 9.4. (bei mir): Anfang bis S. 80, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 11.4. (bei Livia): S. 80 - S. 157, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 13.4. (bei mir): S. 157 - S. 223, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 15.4. (bei Livia): S. 223 - S. 300, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 17.4. (bei mir): S. 300 - S. 365, spoilern ausdrücklich erwünscht
  • 19.4. (bei Livia): S. 365 - Schluss, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 23.4. (bei Livia und mir): Interview-Rezensionen, allgemeine Eindrücke nach der Lektüre, kleine Überraschung zum Welltag des Buches 2017, keine Spoiler erlaubt!

Nun wollen wir aber wirklich mit den ersten Eindrücken zum Buch starten...

Darum geht es:

Was, wenn deine Zukunft beginnt, dich aber deine Vergangenheit in diesem Moment einholt? Eine Tochter, die ihre große Liebe heiraten will und sich nicht von einer schmerzhaften Erinnerung lösen kann. Eine Mutter, die sich nach Versöhnung mit ihrer Familie sehnt und langsam ihre Erinnerung verliert. Die berührende Geschichte von Zoe und Gina erzählt von Verlust, zweiten Chancen und bedingungsloser Liebe.

Erste Eindrücke zum Buch (ohne Spoiler): 

Was ich gleich zu Beginn einfach loswerden muss, da ich es wieder so bemerkenswert finde: die Covergestaltung! Wie auch schon bei Die Liebe ist ein schlechter Verlierer transportiert bereits das Layout die eigentliche Thematik des Buches ungemein gut - generell muss ich sagen, dass ich die Buchgestaltungen der Diana-Bücher wirklich ansehlich finde, da machen sich die Leute immer tolle Gedanken. 

Was der allgemeine Klappentext nicht verrät, die Geschichte für so manch potenziellen Leser aber vielleicht noch interessanter macht und daher nun von mir erwähnt wird (man kann es ohnehin einlesen, wenn man sich genauer mit den Informationen zum Buch beschäftigt - kein Spoiler), ist nämlich, dass Katie Marsh hier die Alzheimer-Erkrankung aufgreift. Diese bunten Tropfen (oder Blütenblätter?), die im weitesten Sinne für ein schillerndes Leben stehen könnten, entfernen sich vom Zentrum, so wie sich Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis einfach in Luft auflösen und nicht mehr zurückzuholen sind - man könnte es auch genau andersherum interpretieren, aber wir sind hier ja nicht im Deutsch-LK und das würde den Rahmen der Vorstellung auch einfach sprengen. 

Dennoch: die bunte Gestaltung lässt aber vor allem hoffen, dass man es hier nicht mit einem reinen Krankheitsbuch zutun bekommt, welches sich ausschließlich mit den Leiden der Betroffenden beschäftigt, sondern auch positive Anknüpfungspunkte zu bearbeiten versucht, da hier auch die Familiengeschichte der beiden Hauptprotagonisten Gina und Zoe eine größere Rolle spielen wird - so sagt es zumindest der weiterführende Klappentext.

Daher bin ich, und so wären wir dann auch bei meinen Erwartungen angelangt, sehr gespannt, wie Katie Marsh die schwere Thematik hier aufgreift und auf rund 430 Seiten umsetzt. Ich habe erst kürzlich den Film Still Alice gesehen - übrigens eine absolute Filmempfehlung, falls ihr ihn noch nicht kennt (der Trailer ist verlinkt) -, und vergleicht man beide Klappentexte, scheint es zumindest so, als könne man inhaltliche Parallelen ziehen. Mal schauen, was Katie Marsh drauß macht und wie viel Tiefe hier erreicht werden kann. 

Soweit erst einmal von mir! Schaut auch unbedingt bei Livia vorbei,  ihre ersten Eindrücke und Erwartungshaltungen hat sie ebenfalls im Startbeitrag zusammen gefasst :-) Wir lesen uns hier wiederum am Sonntag unter diesem Beitrag in den Kommentaren wieder, wenn wir über unsere Eindrücke zum ersten Leseabschnitt diskutieren. 

 Habt ein wunderschönes und lesereiches Wochenende! Bis Sonntag :-)