Gemeinsam lesen #123: Samuel Selvon - Die Taugenichtse

 Hallo, ihr Lieben!
Heute zum 123. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!


Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Die ersten beiden Wochen im neuen Jahr werden begleitet durch Die Taugenichtse von Samuel Selvon und ich bin aktuell auf Seite 54. 

Darum geht's: 
Moses, Big City, Fünf-nach-zwölf und die anderen setzen große Hoffnungen in ihr neues Leben im »Zentrum der Welt«, so nennen sie das London der Nachkriegszeit. Sie sind aus der Karibik hierhergekommen, jetzt staunen sie über die Dampfwolken vor ihren Mündern. Und wenn der Wochenlohn wieder nicht reicht, jagen sie eben die Tauben auf dem Dach. Kapitulation? Niemals! Stattdessen beginnen die Überlebenskünstler, sich neu zu erfinden – und ihre neue Heimat gleich mit.
(via dtv
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Er hat so eine Angewohnheit, immer wenn Moses Damenbesuch hat, dass er vorbeikommt und auf dem Bett sitzt, als wenn er wartet, dass Moses ihm was gibt."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Die Taugenichtse ist ein wunderbares dünnes Büchlein (nur 173 Seiten) von einem Immigranten über das Thema Immigration, genauer über die Einwanderer Englands in den frühen 50er Jahren. Der Roman wurde erst letztes Jahr in Deutschland erstveröffentlicht, eigentlich weilt die Geschichte schon seit 1956 in ihrer Originalfassung auf der literarischen Welt. Herausfordernd war es, eine passende deutsche Übersetzung für die im Original verfasste Mundart des Karibisch-Englisch zu finden. Letztlich ist man dann zu einer Art von Kiez-Deutsch übergegangen, jedoch nicht nur für die wörtliche Rede, sondern letztlich das gesamte Buch hindurch. Das ist für mich, die Vielfalt in Sprache liebt und sich auch im Bachelor umfassend damit beschäftigt hat, natürlich ein wahres Fest! Auch wenn ich wirklich sehr konzentriert lesen muss (was wiederum mehr Lesezeit bedeutet), was mich persönlich wundert, bewege ich mich ja alleine aus Jobgründen in einem Klientel, dass fast genauso spricht - abgehakt, vieles durchmischt, jugendsprachlich. Aber auch thematisch ist das Buch, wenn auch schon über 50 Jahre alt, an unserer derweiligen durchmischten Gesellschaft ganz nah dran und deshalb so aktuell wie nie. Manche Äußerungen "besorgter Bürger" Londons aus den 1950ern kannste auch 1 zu 1 auf unsere "Wutbürger" und ihre "besorgten Kommentare" im Facebook übertragen. Gruselig! Und gerade deshalb: ein Buch, zu dem man greifen sollte! Bitte mehr davon. Wo bleibt der Hype um diese Geschichte?
 
4. Führst du deinen Bücherblog immer gleich gerne oder wird es dir manchmal zu viel?
Mittlerweile führe ich meinen Blog unterschiedlich gerne. In meinem Job habe ich gerade (gerne) sehr viel zutun, da bleibt nicht viel Zeit zum Lesen und Bloggen, und ehrlich gesagt habe ich am Ende des Tages auch manchmal keine Lust mehr zu lesen oder mich an den Blog zu setzen, wenn ich vorher schon zwanzig bis fünfundzwanzig Klassenarbeiten/Hausaufgaben/Tests gelesen und korrigiert oder endlos lange an einer Unterrichtsidee am Laptop gefeilt habe. Da ist die Luft dann einfach raus. Während alle anderen, so scheint es dann manchmal, aus den Vollen schöpfen. Die Bewegung auf Instagram ist schon interessant zu beobachten. Aber mittlerweile kann ich diese Verwunderung darüber relativ gut kompensieren. Mein Blog, meine Party. Ich schreibe, wann ich will und vor allem worauf ich Bock habe - bisher seid ihr mir nicht abgehauen, diese Treue freut mich! Außerdem halte ich es schon fast seit fünf Jahren so, und trotzdem erwische ich mich immer wieder mal dabei, wie ich anfange mich mit anderen zu vergleichen, obwohl das total bescheuert ist. Aber das ist vielleicht so ein dumpfer Nebeneffekt des ganzen Microbloggens auf den Social Media Plattformen. Wobei ich das auch ganz gerne benutze, wenn ich für den Blog gerade nicht so viel Zeit aufwenden kann (wenn ihr also an dieser Stelle ein paar Tage nichts von mir hört, versucht es gerne mal an anderer Stelle, Instagra oder Twitter :)). So hat man wenigstens die Möglichkeit, nicht gänzlich von der Bildfläche zu verschwinden und der Austausch ist auch wesentlich unkomplizierter. Aber dann gibt es wieder Tage (wie zum Beispiel in den Ferien), wo ich mich gerne mit meinem Blog auseinandersetze, Seiten erneuere und wieder ein Kribbeln in den Fingern verspüre, ein paar Texte zu verfassen. Ich denke, das geht so in Ordnung. Erst kürzlich habe ich wieder einen Artikel gelesen, den ich euch gerne ans Herz lege, denn folgenden Wortlaut fand ich unglaublich ermutigend:
Es bleiben diejenigen, die Ausdauer haben, sich Mühe geben und Hirnschmalz investieren. Der Kanal oder das Medium ist nicht entscheidend, entscheidend ist, ob Qualität dahinter steckt und damit Texte respektive Produkte, die sich abheben. Daher brauchen sich (etablierte) Blogger nicht fürchten.
Für all jene also, denen es manchmal zu viel ist. Nehmt euch selbst die Luft raus: entscheident ist, dass ihr einen tollen aussagekräftigen Text liefert, mit dem ihr zufrieden seid, der euch ein stückweit repräsentiert und nicht zehn Nichtssagende, nur um des Tippens Willen (oder gar schlimmer, der kostenlosen ReziExen!) :-) 

 Weil mir die Frage zu ungenau ist: Könnt ihr mal benennen, was euch am Buchbloggen manchmal wirklich stresst? Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Kommentare

  1. Hey Patrizia,

    Das ist ja eine sehr ausführliche Antwort zu Frage 4 geworden. Ich handhabe das an sich aber ähnlich wie du. Wenn keine Zeit da ist, dann ist keine Zeit da und dann kommt auch einach weniger. Nach Sport und Arbeit habe ich auch nicht immer Lust zu lesen. Ich bin aber auch noch nicht so lange dabei und so eine richtig lange Phase, in der ich nichts machen wollte, hatte ich noch nicht. Nach der Buchmesse war es etwas anstrengend, da habe ich mir aber auch selber zu viel Druck gemacht, das etwas Neues auf dem Blog erscheinen muss.
    Dein Buch hat eine wirklich interessante Thematik. So etwas in der Art müsste ich glaube ich auch mal lesen, obwohl selbst in historischen Romanen doch auch immer wieder Themen vorkommen, die auch heute noch erstaunlich aktuell sind.

    LG, Moni

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    1. Hallo liebe Moni,

      keinesfalls durch Messen stressen lassen! - aber ich kenne das nur zu gut :)

      Da merkt man mal wieder, dass Geschichte gerne Parallelen aufweist ;)

      Viele liebe Grüße an dich zurück, Patrizia :)

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  2. Hallo Patrizia

    Dein aktuelles Buch klingt interessant. Viel Spaß noch damit.
    Deine Antwort auf Frage vier ist sehr ausführlich. Es stimmt. Man vergleicht sich wirklich manchmal mit anderen. Teilweise ist das auch gut. Stress sollte man sich jedoch damit keinen machen. Da du Lehrerin bist glaube ich gerne, dass die Lust zum Lesen-Bloggen nicht immer gleich ist. Ich denke, das ist bei jedem gleich. Es gibt ja auch noch anderes im Leben. Wie du selber schon erwähnst bleiben dir trotzdem alle deine Leser treu. Du lieferst gute Texte. Das ist eigentlich das Wichtigste.

    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim Bloggen,
    Gisela

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    1. Liebe Gisela,

      vielen lieben Dank für dein Kompliment und Lob!

      Beste Grüße,
      Patrizia :)

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  3. Hey Patrizia
    Dein aktuelles Buch kenne ich leider nicht. Ich gebe dir bei Punkt 4 dir recht. Jeder führt den Blog so wie er / sie will.

    Hier ist mein Link zur mein
    Hier ist mein Gemeinsam Lesen

    LG Barbara
    My Book&Serie&Movie Blog

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  4. Hallo liebe Patrizia

    Was mir gestern bei Instagram schon aufgefallen ist: hast du eine neue Frisur? So oder so, deine Haare sind ein Traum :-)

    Dein aktuelles Buch habe ich mir gleich auf die Wunschliste gepackt, deine Beschreibung hat mich einfach total überzeugt und es freut mich sehr, dass du so glücklich damit bist.

    Ich würde es sehr schade finden, wenn es deinen Blog nicht mehr geben würde, darum: mach unbedingt weiter :-)
    Aber du hast es ja in deiner Pause bemerkt: die wirklich treuen Leser bleiben auch dann, wenn es einmal still bleibt.
    Und mir geht es ab und an wie dir. Ich vergleiche mich. Aber was soll das? Wir sind anders, ich kann mein Essen, obwohl es mir schmeckt, nicht Instamässig präsentieren, dafür bin ich zu ungeschickt. Manchmal sind meine Fotos nicht so perfekt. Aber egal. Wichtig ist, dass man selber Freude hat an dem, was man tut. Und wichtig ist auch der Austausch über unser wunderschönes Hobby, das Lesen, die Bücher, die Autoren.

    Aber ich komme ins Schwadronieren. Du weisst, was ich sagen will, ja? Bleib so wundervoll kreativ, bunt, anspruchsvoll und ansprechend, wie du bist, bleib neugierig, sympathisch und einfach eine wunderbare Frau und dann wird auch dein Blog immer Publikum haben und dir Freude bereiten.

    Alles Liebe und HIER mein heutiger Beitrag
    Livia

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    1. Hello my dear <3

      Ja, ich habe mir meine Haare abschneiden lassen, beste Entscheidung zum neuen Jahr, obwohl ich es noch im alten Jahr erledigt habe :D

      Ich weiß immer, was du sagen willst! Keine Sorge :)

      Liebste Grüße an dich zurück,
      Patrizia :)

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